Mario Wiegel

...Älterwerden dürfen

 
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EU Projekt Chance

Projekt Übersicht

„Integrating adults and elderly towards a Europe of knowledge(Integration älterer Menschen in die Wissensgesellschaft - Ein europäisches Projekt)" (Kurztitel CHANCE)

 

Die Projekte UNIDOS (2005-2007) und CHANCE (2010-2012) sindzwei internationale Lernpartnerschaften im Rahmen des EU-Programms Sokrates/Grundtvig. Die Projektteilnehmer sind: Deutschland (Universität Kassel), Spanien (Universität Almeria und Nationale Gesellschaft für Gerontologie, Granada, bis 2007), Ungarn (Fachhochschule Nyíregyháza) Griechenland (Center For Mental Health, Clinical Psychology, Athen) und seit 2010 aus Italien die Universität Turin (Institut für Neuropsychologie). Die Universität Kassel führt das Projekt in Kooperation mit dem Seniorenreferat des Evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel und dem Berliner Verein 120max durch.

Im ersten Projekt (UNIDOS) wurde von 2005 bis 2007 über die Lebenssituation älterer Menschen in Europa und in den beteiligten Ländern geforscht. Ergebnis war eine Bestandsaufnahme zur Lebenssituation in den sieben Dimensionen der Demographie, Gesundheit, Sozialstaat/Wohlfahrtsmix, Wohnen und Einkommen, Alltagsaktivitäten und Lebensstile sowie sozialer Dienstleistungen. In der zweiten Projektphase wurden aus der empirischen Beschreibung deshalb sozusagen am „grünen Tisch" von den Projektpartnern deduktiv Bedürfnisse abgeleitet. Weiterhin erfolgte eine Analyse der bereits bestehenden Bildungsveranstaltungen für ältere Menschen in den beteiligten Ländern. Beide Analysen waren schließlich Grundlage für die Erstellung eines Rahmencurriculums mit fünf Modulen zu den Themen Zeitgestaltung im Alter, Soziale Beziehungen, Gesundheit, Neue Technologie und Kultur.

Studien in europäischen Ländern haben wiederholt die Kluft zwischen dem Lernbedarf im Dritten und Vierten Alter und den tatsächlichen Angeboten aufgezeigt. Dabei sind die verschiedenen Interessen, Anliegen und Lernbedürfnisse der in sich differenzierten Altenpopulation zu berücksichtigen. Das Ziel der Grundtvig-Lernpartnerschaft ist es, darauf basierend in verschiedenen Ländern der Europäischen Union unter Beteiligung von Experten und Senioren ein Kursprogramm zu entwickeln und zu erproben.

Diese Projekte basiert auf drei wichtigen Aspekten:

1. Ein Zusammenwachsen und eine Integration innerhalb Europas ist möglich durch ein besseres Verständnis der Realitäten in den einzelnen Ländern, und hier ist insbesondere der Bereich des lebenslangen Lernens angesprochen.

2. Um dies zu erreichen, ist eine Zusammenarbeit mit Institutionen der Aus- und Fortbildung mit ihren Möglichkeiten und Ressourcen einerseits und öffentlichen Organen und Einrichtungen andererseits sinnvoll

3. Aus einer vorangegangenen Untersuchung (Grundtvig 2) ist die Kluft zwischen dem Wissen um die Lernbedürfnisse der älteren Menschen und den tatsächlichen Angeboten bekannt. Nur einige Angebote entsprechen den Bedürfnissen von Älteren.

Die Entwicklung eines aktuellen Fortbildungsprogramms ist daher dringend erforderlich aufgrund der Notwendigkeit angemesseneren Raum zu schaffen, um den neuen Herausforderungen und sozialen Bedürfnissen zu entsprechen. Diese Projekte basieren auf dem Konzept für lebenslanges Lernen und zielen darauf ab, die Sozialisation von älteren Menschen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Daher sind die Projekte nicht im schulischen Bereich sondern in verschiedenen Einrichtungen, in denen diese Gruppen anzutreffen sind, angesiedelt.

Ziele der Projekte sind insbesondere:

- Der Herausforderung der Alterung in Europa im Bereich der Bildung zu begegnen.

- Älteren Menschen zu helfen, geeignete Kompetenzen zu entwickeln, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern zu können.

- Verbesserung der Quantität und Qualität der Kooperation von Organisationen, die mit der Fortbildung älterer Menschen in Europa befasst sind.

- Förderung der Entwicklung innovativer Methoden in der Fortbildung älterer Menschen und dem Transfer in die Länder Europas.

- Entwicklung eines innovativen Ausbildungsprogramms unter Nutzung von ICT, das auf den Bedürfnissen und den Interessen von älteren Menschen über 55 Jahre abzielt.

Operationale Ziele des Projekts CHANCE:

- Anpassung eines bestehenden Fortbildungsprogramms, das sich an die älteren Menschen in den sechs Partnerländern richtet

- Wissenschaftliche Erprobung des Programms mit Senioren über 55 Jahren in den sechs Ländern.

- Verbreitung der Ergebnisse in den Partnerländern und in anderen Ländern der EU:

Besondere Anliegen der Lernpartnerschaft:

- Lebenslanges Lernen.

- Merkmale der Erwachsenenbildung: Bedürfnisse und Anforderungen, Ziele, Inhalt, Methodik und Kriterien der Evaluation.

- Die europäische Dimension der Altenbildung in der Wissensgesellschaft

- Berücksichtigung der Diversität im Kontext der Erwachsenenbildung

Um diese Ziele zu erreichen, wird ein experimenteller Zugang gewählt.

Im Nachfolgeprojekt zu UNIDOS „Integrating adults and elderly towards a Europe of knowledge" (Kurztitel CHANCE) für die Laufzeit vom Herbst 2010 bis 31.7.2012 werden die Module angepasst und im Rahmen von ca. 25 Kurssitzungen getestet. So wurden die Module überarbeitet und im methodologischen Design für drei Kurstypen operationalisiert. In Deutschland wird das Curriculum sowohl in Kassel wie in Berlin in je einem Kurs durchgeführt.

Die Kooperation zwischen der Universität Kassel und dem Seniorenreferat des Evangelischen Stadtkirchenkreises Kassel soll dazu beitragen, ältere Menschen in die Wissensgesellschaft zu integrieren und somit ihre Lebenssituation durch gezielte Informationen zu verschiedenen wichtigen Themen verbessern helfen. Im Vordergrund steht dabei u.a. die Verbesserung der Lebensqualität und Selbst­ständigkeit von Senioren über 55 Jahre.

 

Verlauf und Berichte

Verlauf

Der deutschen Delegation von der Universität Kassel war es von Anfang an wichtig, das Projekt an zwei Orten mit sehr verschiedenen Zielgruppen durchzuführen. In Berlin wurde für das Vorhaben der Verein 120max, vertreten durch seinen Vorstand gewonnen.

An der ersten Sitzung in Berlin nahmen 25 Personen teil, von denen 6 aus verschiedenen Gründen nicht weiter teilnahmen. Von den TeilnehmerInnen waren 5 unter 60 Jahren, 4 zwischen 60 und 64 Jahren, 16 waren 65 Jahre oder älter.  Die teilnehmenden 16 Frauen und 9 Männer hatten durchweg einen höhreren Bildungsabschluss.

Der Kooperationspartner in Kassel war das Seniorenreferat des Evangelischen Stadtkirchenkreises, vertreten durch den Leiter, Mario Wiegel. Die Kasseler Gruppe bestand zum Zeitpunkt des Projektes schon in der Zionskirchengemeinde, sie hat sich im Rahmen eines Kasseler Programms mit der Selbständigkeit im Alter befasst. Die teilnehmenden 13 Frauen und 2 Männer haben im Verhältnis zur Berliner Gruppe einen eher geringeren Schulabschluss.

 

Berichte

Die kompletten, ausführlichen Gruppenberichte hier wiederzugeben würde den Rahmen sprengen und bleibt der EU-Dokumentation vorbehalten.

Der vorläufige Schlussbericht über den Kasseler Teil ist in Form einer Power-Point-Präsentation hier abrufbar.