Mario Wiegel

...Älterwerden dürfen

 
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Start Projekte GRIPS – kompetent im Alter Mit Spaß trainieren und viel lachen

Mit Spaß trainieren und viel lachen

Mit dem Projekt „Grips“ kompetent ins Alter und länger selbständig bleiben

von Irene Graefe- Blick in die Kirche 06/2010

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Ein fröhliches Auge npaar blitzt hinter ihrer magentafarbenen Brille: „Es macht einfach Spaß!“, sagt Ursula Jögel und meint damit ihre wöchentliche Teilnahme und ihre „Hausaufgaben“ für die G rips-Gruppe. Die 65-Jährige gehört zu den über 200 Menschen in der Stadt, die sich geistig und körperlich in den überkonfessionellen Gruppen „Grips – kompetent ins Alter“ fit halten.

Eine fitte Grips-Gruppe: (v. l.) Ilse Scholz, Marlene Albrecht, Ilse Röse, Ursula Jögel, Anna-Maria Nolte, Elke Püschel-Braun und Elisabeth Hatterscheid (es fehlen: Karoline Henze und Elisabeth Möller)

Das gemeinsame Angebot vom Seniorenreferat des evangelischen Stadtkirchenkreises und des Referats für Altenarbeit der Stadt Kassel findet seit seinem Start im Oktober 2008 großen Zulauf.
Das gilt auch für die Fortbildungen zum Trainer „Selbstständig im Alter“ (SimA): Mehr als 40 Gruppenleiterinnen sind es, die jeweils zu zweit Grips-Angebote in den verschiedenen Stadtteilen verantworten. Der nächste Kurs beginnt im Oktober. Dann drücken Frauen und Männer über 50 die Schulbank und lernen an drei Wochenenden, wie sie Gedächtnistraining, Psychomotrik und Alltagskompetenzen ihrer Teilnehmer fördern können. Die Schulung verantwortet die SimA-Akademie, hervorgegangen aus dem Institut für Psychogerontologie der Universität Erlangen, das die SimAMethode entwickelte. Ziel: Ältere Menschen bleiben geistig und körperlich so beweglich, dass sie ihr Leben weiterhin zuhause meistern. Das klappt nur mit der konsequenten Kombination aus Gedächtnis- und Bewegungstraining. „Auch für uns Trainer ist das keine Einbahnstraße. Wir erfahren ja viel für unser eigenes Leben“, freut sich Elke Püschel-Braun (57), die seit Februar 2010 gemeinsam mit Anna-Maria Nolte (57) den Kurs in der Dreifaltigkeitskirche leitet. Wegen der vielen Teilnehmer haben sie ihn sogar geteilt. „Sieben bis acht Menschen pro Gruppe sind ganz gut. Dann bekommt jeder alles mit“, sagt Püschel-Braun. Wenn sie über die 90-minütigen Gruppennachmittage erzählt, schwingt echte Begeisterung mit: „Wir sind kein Kaffeekränzchen. Bei uns geht es um Übungen fürs Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis, Psychomotorik und Alltagskompetenzen. Dabei lachen wir gern und oft.“ Ursula Jögel holt eines ihrer Arbeitspapiere heraus: Aus dem Wort „Leseratte“ möglichst viele neue Worte zu bilden, lautet die Aufgabe. In ihrer schönen Schrift hat sie schon zehn Zeilen gefüllt. „Das ist wie eine Sucht, da muss man weitermachen“, berichtet sie über die Freude an den Übungen, „auch wenn ich langsam schreibe.“ Trainerin Nolte – sie ist von Beruf Altenpflegerin – findet das nicht schlimm: „Bei uns gilt nicht das Leistungsprinzip. Jeder hat seine Schwächen und Stärken, keiner muss sich verstecken.“ Im Gegenteil, der Zusammenhalt in der Gruppe sei so groß, dass sie gemeinsam über vermeintliche Fehler lachten, erzählt Ursula Jögel, „viele von uns kannten sich schon, aber jetzt sind wir noch enger zusammengerückt“. Damit beschreibt sie ein weiteres Ziel von Grips. „Unser SimA-Projekt ist bundesweit einzigartig, denn in Kassel werden nicht einzelne SimA-Trainer ausgebildet, sondern gezielt Personen aus vielen Stadtteilen gleichzeitig, damit wir ein flächendeckendes Angebot machen können“, erklärt Mario Wiegel vom Seniorenreferat der evangelischen Kirche. Und das Rezept scheint zu funktionieren. „Unsere Teilnehmer bestätigen uns, dass sie wieder mehr Kontakte zu anderen Menschen in ihrer unmittelbaren Umgebung haben.“ Für 20 Trainingsblöcke und zehn Kompetenzstunden sind die Trainer zunächst mit Unterrichtsmaterial ausgestattet. Das haben Püschel-Braun und Nolte mit ihren Teilnehmern bald bewältigt. „Dann geht es in die Weiterentwicklung“, erklären sie energiegeladen. Regelmäßig werden sie von einer Projektkoordinatorin, selbst SimA-Trainerin, betreut. Darüber hinaus werden ihnen Fortbildungen angeboten. Im Oktober gibt’s zum Beispiel ein Seminar in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund über Seniorengymnastik. Und auch die Teilnehmer von Noltes und Püschel-Brauns Kurs freuen sich auf Weiterbildung in Sachen Alltagskompetenz: Demnächst kommt ein Mitarbeiter aus dem Polizeiladen. Dann geht’s um Enkeltricks, Sicherung der Wohnung und das eigene, selbstbewusste Auftreten. Der nächste Betrüger, der an der Tür von Ursula Jögel oder der ihrer Mitstreiter klingelt, wird Pech haben!


einblicke I Info
>> Seniorenreferat der Evangelischen
Kirche in Kassel
Mario Wiegel
T (05 61) 2 87 60-11, E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
>> Speziell für ältere Menschen
unterhält die EKKW das
Evangelische Bildungszentrum
für die zweite Lebenshälfte (ebz)
Würzburger Straße 13
63619 Bad Orb
T (0 60 52) 9 15 70
www.ekkw.de/ebz
 

Kommentare 

 
0 #1 RE: Mit Spaß trainieren und viel lachen 2010-10-04 12:11
* Das Projekt "GRIPS" finde ich super-genial
Viel Freude und Erfolg damit wünscht weiterhin ganz herzlich * Elfi * aus Thüringen
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