Mario Wiegel

...Älterwerden dürfen

 
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Älter werden im Strassenverkehr

Autofahren im Alter: aber sicher!

Katrin Sießl Geschäftsführender Vorstand BAVC-Bruderhilfe e.V. | Automobil- und Verkehrssicherheitsclub | www.bavc-automobilclub.de | Ausgabe 3/2013 Foto: bilderstoeckchen

Deutschlands Autofahrer werden immer älter. Wird es deshalb gefährlicher auf unseren Straßen? Natürlich nicht. Senioren fahren nicht schlechter – sie fahren anders, und das aus gutem Grund: der Sicherheit zuliebe. 54 Millionen Frauen und Männer in Deutschland besitzen einen Führerschein. Rund zehn Millionen von ihnen sind über 65, knapp zwei Millionen über 75 und mehr als 250 000 älter als 85 Jahre – Tendenz steigend. Mit den Babyboomern kommt eine Generation in die Jahre, die mit dem Auto groß geworden ist. Die wenigsten von ihnen wollen im Alter aufs Autofahren verzichten. Das ist verständlich. Mit 65 gehört heute keiner zum alten Eisen. Die meisten von uns fühlen sich fit und haben mehr Zeit denn je für eigene Interessen. Mit dem Auto ist man auch im Alter unabhängiger und kann sein Leben entsprechend aktiver und selbstbestimmter gestalten. Doch wie wirkt sich das auf die Sicherheit auf unseren Straßen aus, wenn Autofahrer immer älter werden? Unfallursache Alter? Senioren am Steuer genießen keinen guten Ruf. Vom „Sicherheitsrisiko“ ist die Rede, und schnell steht die Forderung nach einem „Senioren-TÜV“ im Raum. Die Unfallstatistik sagt etwas anderes. Danach stehen Autofahrer zwischen 65 und 75 Jahren besser da als die Gruppe der 18- bis 24-Jährigen. Erst ab 75 häufen sich die selbstverschuldeten Unfälle, allerdings kracht es selbst dann insgesamt seltener und vor allem weniger schwer als bei den anderen Altersgruppen. Ein Blick auf das Fahrverhalten der Generation 65 plus verrät uns mehr. Vieles ändert sich … Je älter wir werden, desto mehr Zeit brauchen wir, um Informationen zu verarbeiten. Multitasking war einmal. Wir ermüden leicht  reagieren langsamer und fühlen uns schnell überfordert. Das Sehvermögen nimmt ab – vor allem die Fähigkeit des Auges, schnell zwischen Nah- und Fernsicht zu wechseln (Akkommodation) bzw. sich schnell an Hell und Dunkel anzupassen (Adaptation). Gleiches gilt für das periphere Sehen, mit dem wir das Randgeschehen erfassen. Auch die Beweglichkeit nimmt ab. Vor allem die Halswirbelsäule macht Probleme, weshalb ab dem 75. Lebensjahr auffallend viele Autofahrer ganz auf den Schulterblick verzichten. Kein Wunder, dass sich die meisten Senioren- Unfälle dann ereignen, wenn es unübersichtlich wird und viel Aufmerksamkeit gefordert ist: beim Rangieren, beim Abbiegen und an Knotenpunkten, also an Autobahnauffahrten, Kreuzungen oder beim Zusammentreffen unterschiedlicher Verkehrsteilnehmer. Altersgemäß Auto fahren Die meisten Senioren stimmen ihre Fahrweise automatisch auf die Einschränkungen ab, die das Alter mit sich bringt. Sie meiden vorhersehbare komplexe Verkehrssituationen und ungünstige Sichtverhältnisse. Sie bevorzugen vertraute Strecken und kurze Fahrten. Was Jüngere oft nervt – langsames Tempo, zögerliche Reaktionen –, ist ein Zeichen von altersgerechtem Fahren. Fazit: Wenn die Kompensationsstrategie stimmt, sind wir bis ins hohe Alter mit dem Auto sicher unterwegs. Dazu braucht es eine gute Selbsteinschätzung, eine Portion Selbstkritik und die Bereitschaft, ernst gemeinten Rat und manchmal auch unbequeme Wahrheiten zu akzeptieren. Sprechen Sie frühzeitig und regelmäßig mit dem Hausarzt und denen, die Ihnen nahe stehen. Nutzen Sie Gesundheitschecks, Trainings und Tests, um den Fahrstil zu entwickeln, der am besten zu Ihrem Alter passt. Der BAVC unterstützt Sie gerne dabei. Weitere Informationen dazu im Infokasten

Infokasten:

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sobald wir laufen lernen, begreifen wir Mobilität
als Freiheit. Sie trägt wesentlich dazu bei,
dass wir unser Leben aktiv und selbstbestimmt
gestalten können. Für die Generation Auto –
diejenigen, die seit ihrer Jugend gewohnt sind
selbst zu fahren – ist diese Freiheit sehr eng mit
dem eigenen fahrbaren Untersatz verknüpft.
Verständlich, dass die öffentliche Diskussion
über Altersgrenzen und Pflichtprüfungen bei
autofahrenden Senioren auf geringe Gegenliebe
stößt.
Verantwortung statt Bevormundung im
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Angebot an Informationen und
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