Mario Wiegel

...Älterwerden dürfen

 
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Start Themen Autofahren im Alter "Gesundheits TÜV" für ältere Autofahrer?

"Gesundheits-TÜV" für ältere Autofahrer?

"Kommt der Gesundheits-TÜV?

Ein ausgerissener Begrenzungspfosten, ein zerdellter Laternenpfahl und zwei rasierte Grundstückshecken: Unfallbilanz eines 83-jährigen auf Kollisionskurs in Bergisch Gladbach. Mit aufheulendem Motor hatte der Mann seinen Focus erst vorwärts , dann rückwärts durch ein Wohngebiet gejagt. Als Polizisten den Unfallflüchtigen wenig später zu Hause fanden, konnte der sich seine Irrfahrt nicht erklären.

Wenn es auf deutschen Strassen kracht, sitzen immer häufiger Alte und Kranke am Steuer. In Rheinland-Pfalz stieg die Anzahl der Unfälle mit Seniorenbeteiligung 2013 um zehn Prozent an. Die Auswirkungen der demografischen Entwicklung müssen weiter beobachtet werden, warnt Landesinnenminister Roger Lewentz (SPD): "Augentests oder Gesundheitschecks sind am Ende nicht grundsätzlich auszuschließen."

Lewentz' Hamburger Kollege Michael Neumann (SPD) hatte bereits 2012 regelmäßige Checks für alle Autofahrer gefordert, mindestens bei der Verlängerung von Führerscheinen alle 15 Jahre.

Der Niedersächsische Innenminister Boris Pistorius (SPD) bringt zudem Fahrsicherheitstrainings für Ältere ins Spiel. "Das wäre mir lieber, als allen ab 75 pauschal den Führerschein abzunehmen", so Pistorius auf Nachfrage. In Niedersachsen war 2013 jeder dritte Verkehrstote im Rentenalter.

Noch nie waren Senioren so mobil wie heute. allein zwischen 2002 und 2008 stieg die Zahl der über 74-jährigen Führerscheinbesitzer von rund 47 auf 63 Prozent. Mehr als jeder Fünfte über 74 nutzt sein Auto sogar täglich. Dabei hatte eine Studie zuletzt nachgewiesen, dass das Unfallrisiko ab 75 Jahren rapide steigt (AUTO BILD 17/2013).

Ursächlich sind neben normalen Alterungsprozessen auch Krankheiten wie Demenz. Experten beim Deutschen Verkehrsgerichtstag im Januar gingen davon aus, dass eine große Anzahl sogenannter rätselhafter Unfälle auf Krankheiten und Medikamenteneinnahme zurückzuführen ist.

Auch das betrifft hauptsächlich die über 74-jährigen: 45 Prozent geben an, gesundheitliche Einschränkungen zu haben, 77 Prozent nehmen regelmäßig Medikamente. Der Ruf nach den Ärzten wird nun lauter. Der Auto Club Europa (ACA) etwa fordert Klarheit vom Gesetzgeber, wann Mediziner Auskünfte über Patienten geben dürfen. Die Schweigepflicht, so der ACE, sei "nicht absolut unantastbar".

Natürlich könne der Hausarzt die Fahreignung am besten beurteilen, sagt Hans-Michael Mühlenfeld von Hausärzteverband Bremen. Die regelmäßige Forderung, Ärzte sollen ihre Patienten kontrollierne, hält er trotzdem für keine gute Idee: "Die entstehenden Interessenkonflikte würen für die Arzt-Patient-Beziehung schlecht." Niemand ist eben gern Überbringer schlechter Nachrichten."

Der vorstehende Text ist die von mir vorgenommene Abschrift eines ausgeschnittenen, aufgeklebten und kopierten - vermutlich - Zeitungsartikels. Der Kopie ist die Herkunft des Ausschnitts nicht zu entnehmen. Ich fand die Kopie im Wartezimmer einer Arztpraxis, die Herkunft ist unbekannt.

 

 

Kommentare 

 
+1 #1 Hannelore AbbenhausHannelore Abbenhaus 2014-07-24 00:13
Die Altersstruktur ist Tatsache, dennoch kann ich mich nicht der Meinung dieses Artikels anschließen dass, wenn es auf den Straßen kracht, die Älteren am Steuer sitzen, denn Unfälle treffen auf alle Altersgruppen zu.

Klar ist, dass die Gefahr am Steuer aber durch Medikamente sehr groß ist, weil die Fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist.

Alkohol und Drogen am Steuer sind gesetzlich verboten und werden mit Führerscheinent zug bestraft, warum nicht für Medikamente? Da steht auf den Beipackzetteln nur ein Hinweis das man nicht Autofahren soll, ansonsten hat man unter Medikamentenein fluss einen Freibrief.

Hier ist der Gesetzgeber gefragt und muss einschreiten, damit bei Einnahme bestimmter Medikamente oder Krankheiten (z.B. Demenz) die Fahrerlaubnis vorübergehend bzw. ganz entzogen wird, die Meldepflicht kann nur über die Ärzte erfolgen.

Zu begrüßen ist die Forderung nach einem regelmäßigen Check für alle Autofahrer, unter Berücksichtigun g einer altersmäßigen und gesundheitliche n Staffelungen für die Checks z.B. ab 60 Jahre alle 2-3 Jahre wie das Auto zum TÜV, dann können wir alle hoffen, dass es weniger Unfälle auf unseren Straßen gibt.
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